Ich mag an Passkeys vor allem die Idee, dass ein Login nicht davon abhängen muss, ob ich eine geheime Zeichenfolge noch weiß.
Nach Jahrzehnten mit „Passwort vergessen?“ wäre es schon eine interessante Entwicklung, wenn das beste Passwort irgendwann gar keines mehr ist.
Bei wichtigen Accounts speichere ich Wiederherstellungscodes ungern nur auf demselben Handy, das auch mein zweiter Faktor ist.
Wenn genau dieses Gerät verloren geht, wäre das ein schlechter Moment festzustellen, dass meine Notfalllösung gemeinsam mit dem Notfall verschwunden ist.
Backup ist vor allem eine Frage davon, was noch übrig bleibt, wenn etwas anderes nicht mehr da ist.
Ein gemeinsam genutztes Streamingkonto ist kein guter Grund, plötzlich dasselbe Passwort wie für die private E-Mail weiterzugeben.
„Das kann ich mir gut merken“ ist praktisch.
Nur hängt dann an der Familienserie auf einmal deutlich mehr als die Familienserie.
Bei Sicherheitsfragen weiß ich manchmal nicht, was sicherer sein soll: die echte Antwort oder irgendeine erfundene. „Name des ersten Haustiers“ klingt leicht, bis Jahre später exakt dieselbe Schreibweise verlangt wird. Dann hat man neben dem Passwort offenbar noch ein zweites Passwort gebaut, das nur wie eine Frage aussieht.
Die sicherste Passwortlösung hilft im Alltag wenig, wenn sie am Laptop funktioniert und auf dem Handy jedes Login zu einem kleinen IT-Projekt macht.
Sicherheit, die dauerhaft zu umständlich ist, bekommt irgendwann Konkurrenz vom menschlichen Erfindungsreichtum.
Das angenehmste an einem Passwortmanager ist irgendwann, dass die meisten Passwörter völlig unbekannt sein dürfen.
28 zufällige Zeichen sehen nicht besonders menschlich aus.
Genau deshalb muss sich der Mensch sie ja nicht merken.
Dasselbe Passwort bei fünf Diensten ist sehr bequem.
Bis einer davon ein Sicherheitsproblem hat.
Dann besitzt man nicht mehr ein kompromittiertes Passwort, sondern möglicherweise fünf Konten mit derselben Eintrittskarte.
Einzigartige Passwörter sind nervig.
Genau dafür gibt es Passwortmanager.
Ein Passwortmanager löst das Problem „zu viele Passwörter“ und erzeugt dafür ein neues:
Dieses eine Passwort sollte jetzt wirklich nicht vergessen werden.
Immerhin ist eine wichtige Sache leichter zu organisieren als achtzig mittelwichtige.
Passwortmanager:
27 zufällige Zeichen.
Website:
„Einfügen nicht erlaubt.“
Sehr gut.
Dann schütze ich mein Konto jetzt offenbar durch Abschreiben.
Das Passwort eines fünf Jahre alten Accounts zu vergessen ist oft gar nicht das eigentliche Problem.
Schwieriger wird es, wenn die hinterlegte Telefonnummer längst gewechselt wurde und die Recovery-Mail an eine Adresse geht, die ebenfalls niemand mehr benutzt.
Digitale Konten altern manchmal schlechter als ihre Besitzer.
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